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Huntington's Disease Youth Organization

Seelisches Wohlbefinden

HDYO verfügt auf unserer Seite über mehr Informationen über die Huntington Krankheit, die für junge Leute, Eltern und Profis geeignet sind:

www.hdyo.org

Seelisches Wohlbefinden ist ein Wort, das für verschiedenen Menschen unterschiedliche Bedeutungen hat. In diesem Kapitel bezeichnen wir mit diesem Wort Deine emotionale Lage und dein Selbstwertgefühl. Seelisches Wohlbefinden ist sehr wichtig, weil es einfacher ist, mit schwierigen Situationen umzugehen, wenn Du dich gut fühlst. Die Huntington-Krankheit beeinflusst manchmal die Gefühlslage und das Selbstwertgefühl von jungen Betroffenen wie dir. Dies kann viele verschiedene Formen annehmen. In diesem Abschnitt möchten wir uns auf die häufigsten Aspekte konzentrieren.

Wir möchten betonen, dass seelisches Wohlbefinden oft von der Umwelt des Individuums beeinflusst wird. Das bedeutet, dass nicht deine eignen Handlungen allein ausschlaggebend sind, sondern inwiefern Du in deinem Umfeld Unterstützung erfährst und welchen Herausforderungen Du meistern musst. Besonders bei jungen Menschen kann die Huntington-Krankheit in vielerlei Hinsicht das seelische Wohlbefinden negativ beeinträchtigen. Wenn Du also das Gefühl hast, im Moment nicht zurechtzukommen, ist das keinesfalls Deine Schuld.

Hier findest Du eine Liste aller Themen, die wir in diesem Abschnitt ansprechen. Du kannst das Thema, das Du am wichtigsten findest, anklicken, um mehr über diesen bestimmten Aspekt zu erfahren. Zu jedem Thema erklären wir auch, wer dich mit deinen ganz eigenen Sorgen unterstützen kann. Natürlich kannst du auch jederzeit über den Unterstützungs-Button am linken Rand des Bildschirms jemanden bei HDYO erreichen, der dir gerne zuhört.

Seelisches Wohlbefinden:

Depression

Manchmal kann das Leben sehr erdrückend sein. Und manchmal kann die Huntington-Krankheit alles noch viel schlimmer machen. Das kann dazu führen, dass Menschen sich sehr betrübt fühlen und das Leben nicht mehr so genießen, so wie sie es vorher taten. Depression zeichnet oft ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit aus, das über lange Zeiträume – Wochen oder Monate – anhält. Eine Depression beeinträchtigt die Lebensqualität eines Menschen und kann von einem Arzt diagnostiziert werden.

Was verursacht Depressionen?

Eine Depression wird oft durch große Veränderungen in deinem Leben ausgelöst, z.B. durch den Verlust eines Menschen, Stress, oder wenn bei einem Familienmitglied gerade die Huntington-Krankheit diagnostiziert wurde oder sich der Zustand eines von der Huntington-Krankheit betroffenen Verwandten rapide verschlechtert. Solche Veränderungen im Leben können die Gefühlslage einer Person beeinträchtigen und eine Depression auslösen.

Woran merkst Du, ob Du Dich traurig fühlst oder eine Depression hast?

Unterstützung bei einer Depression

Depressionen kommen häufig vor und wenn Du glaubst, unter einer Depression zu leiden dann ist es sehr wichtig, dass Du Unterstützung suchst. Bei richtiger Unterstützung ist Depression völlig heilbar. Wenn Du Dich depressiv fühlst, ist das Beste was Du tun kannst, Deinen Arzt zu kontaktieren. Der Arzt kann Dir Antidepressiva verschreiben oder Dir vorschlagen, eine Beratungsstelle zu kontaktieren. Beides kann Dir dabei helfen, die Depression in den Griff zu bekommen. Antidepressiva allein sind natürlich keine Lösung. Gerade deshalb ist gute Beratung so wichtig, denn durch sie kannst Du den Grund Deiner Depression herausfinden und Dinge langfristig ändern.

Supportive friends

Depressionen kannst Du auch in den Griff bekommen, indem Du darüber redest. Manchmal kann das Dir sehr schwer fallen, aber mit jemandem über deine Gefühle zu reden – egal, ob dieser jemand ein Freund, ein Verwandter, ein Elternteil, ein Betreuer oder eine vertraute Person ist – bedeutet, dass Du beginnst, Dich mit Deinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Wenn Du Deine Gefühle für Dich behältst, kannst du Dich schnell einsam fühlen und auch das Gefühl haben, dass Du mit allem alleine fertigwerden musst. Sarah, eine Jugendliche, die von der Huntington-Krankheit und auch von einer Depressionen betroffen war, glaubt, dass Reden ihr sehr geholfen hat:

„Als ich 17 Jahre alt war, erfuhr ich, dass mein Vater die Huntington-Krankheit hat… Damals fühlte ich mich von der Masse von Informationen, die auf mich einprasselten, total erschlagen. Das hat dazu geführt, dass ich im Alter von 18-21 manisch-depressiv war. Ich dachte, ich hätte keinen mit dem ich sprechen könnte und wollte niemandem zur Last fallen, besonders nicht meiner Familie weil die Situation für sie so schon schlimm genug war. Aber am Ende habe ich Freunde gefunden, die auch mal depressiv waren und mich total unterstützt haben. Sie haben mir besonders geholfen weil sie mir zugehört haben, wenn ich von der Huntington-Krankheit erzählt habe und davon, was für Auswirkungen sie auf meine Familie hat. Obwohl sie selbst nicht betroffen waren konnte ich ihnen alles erzählen, ohne Angst zu haben mich rechtfertigen zu müssen oder falsch verstanden zu werden.“ - Sarah

Wenn Du niemanden hast, bei dem Du das Gefühl hast dass Du mit ihm reden kannst, kannst du eine Mail an HDYO schreiben. Wir sind jederzeit für dich da.

Die positive Seite einer Depression

Auch wenn eine Depression oft als ein negativer Einfluss auf das Leben gesehen wird, kommt es vor, dass Menschen aus einer durchgestandenen Depression stärker und belastbarer hervorgehen. Der griechische Philosoph Aristoteles war auch der Meinung, dass Depressionen aufgrund der Erkenntnisse, die aus ihnen gewonnen werden können, von großer Bedeutung sind. Er glaubte, dass die Menschen, die eine Depression haben oder hatten ein verstärktes Einfühlungsvermögen haben, weil sie das Leiden anderer Menschen besser verstehen können. Auch Sarah glaubt, dass eine Depression eine positive Seite hat:

„Wenn ich mein Leben nochmal leben könnte, würde ich auf jeden Fall auch meine Depression nochmal durchleben. Ich habe so viel über mich selbst gelernt und die Depression hat zu einem großen Teil mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.“ - Sarah

Denke daran, dass, auch wenn Du Dich im Moment hoffnungslos fühlst, die Depression überwunden werden kann und dass Du Dich nicht für immer schlecht fühlen wirst.

Angst & Stress

Angst ist ein unangenehmes Gefühl von Furcht und Unruhe. Normalerweise hilft uns dieses Gefühl, gefährliche Situationen zu vermeiden oder uns auf sie aufmerksam zu machen und uns dazu zu motivieren, uns mit unseren Problemen auseinanderzusetzen. Wenn Gefühle aber zu stark werden oder zu lange anhalten, können sie uns im Weg stehen und uns das Leben schwer machen. Stress ist das Gefühl, unter zu viel geistigem oder emotionalem Druck, mit ihm fertig zu werden, zu stehen.

Viele junge Menschen haben vor bestimmten Dingen Angst oder fühlen sich gestresst. Stressfaktoren sind zum Beispiel die Schule oder Universität, Arbeit oder eben die Huntington-Krankheit. Unabhängig davon, was die Angst oder den Stress verursacht, gibt es ein paar häufige Anzeichen auf die man achten sollte:

Woran merkst Du dass Du unter Angstzuständen oder Stress leidest?

Psychologische Symptome:

Körperliche Symptome:

Es ist normal, Angst zu haben, wenn man mit etwas gefährlichem oder schwierigem konfrontiert ist. Aber es ist ungewöhnlich, über längere Zeit Angstgefühle zu haben oder das Gefühl, dass die Angst Dein Leben bestimmt. Extreme Angst tritt meistens in Form von Phobien, Panikanfällen oder Zwangsstörungen auf. Wenn Du Angst- oder Stresssymptome empfindest, kann man Dir helfen.

Unterstützung

Zunächst gibt es einiges, was Du selbst tun kannst um den Stress oder die Angst zu bewältigen.

Selbsthilfe bei Angst oder Stress:

Aber es gibt auch sonst Unterstützung für Dich. Dein Hausarzt ist Deine erste Anlaufstelle. Er kann Dir Medikamente verschreiben und außerdem helfen, einen Berater für eine Gesprächstherapie zu finden. Wie bei der Depression auch sind Medikamente alleine nicht die Lösung. Die Beratung kann Dir helfen, den wahren Auslöser Deiner Angst zu finden und zu verarbeiten. Darum ist eine Kombination aus Medikamenten und Beratung die effektivste Lösung. Um Angst oder Stress in den Griff zu bekommen, ist es sehr wichtig, darüber zu sprechen. Sprich mit Menschen, denen Du vertraust: Familie, Freunde, einer erwachsenen Vertrauensperson, einem Berater oder mit HDYO. Du bist nicht alleine, und Angst und Stress sind Probleme, die gelöst werden können.

(Childline ist ein Service in Großbritannien)

Selbstverletzendes Verhalten

Selbstverletzendes Verhalten bedeutet, dass Menschen sich absichtlich in irgendeiner Weise verletzen, am häufigsten (aber nicht nur) dadurch, dass sie sich mit einem scharfen Gegenstand schneiden. Manche Menschen verletzen sich selbst, wenn sie das Leben als Belastung empfinden und es für sie schwierig wird, es zu bewältigen, um das Gefühl zu haben, die Situation im Griff zu haben oder um emotionalen Stress zu bewältigen.

Es gibt viele Gründe, warum junge Menschen sich selbst verletzen. Meistens entsteht das Bedürfnis sich selbst zu verletzen durch schwer zu bewältigende Emotionen. Junge Menschen können sich selbst verletzen weil es für sie ein Weg ist, Spannung und Ärger abzulassen. Sie können mit dem körperlichen Schmerz besser umgehen als mit dem emotionalen Druck. Außerdem kann es ein Weg sein, Kontrolle auszuüben, besonders wenn sie das Gefühl haben, in anderen Bereichen ihres Lebens die Kontrolle verloren zu haben oder in einer schwierigen Situation gefangen zu sein. Selbstverletzung kann auch Selbstbestrafung für etwas, wofür eine junge Person sich schlecht fühlt, sein.

“Körperlicher Schmerz ist real, es ist etwas, mit was du fertig werden kannst. Du hast Schmerzen… dann gehen sie weg und es ist vorbei. Für mich war Selbstverletzung ein Weg, meinen emotionalen und körperlichen Schmerz herauszulassen – so konnte ich mich befreien.“ - Marthe

Viele Arten der Selbstverletzung

Selbstverletzung kann viele verschiedene Formen annehmen. Schneiden (Cutting) ist die am weitesten verbreitete und bekannteste Form der Selbstverletzung. Darüber hinaus kommen aber auch Verbrennen, Verbrühen, Stechen, den Kopf oder andere Körperteile gegen Wände schlagen, Haare ausreißen, Beißen, Knochenbrechen, Springen aus großer Höher oder vor Fahrzeuge und das Schlucken oder Einführen von Objekten vor.

Was tun?

Obwohl Selbstverletzung von den Selbstverletzern als eine Bewältigungsstrategie gesehen wird, ist es nicht der beste Weg mit etwas fertigzuwerden, da es eigene Probleme mit sich bringt und Deiner Gesundheit ernsthaft schaden kann. Es ist also für die Sicherheit und das Wohlbefinden der jungen Person wichtig, das selbstverletzende Verhalten in den Griff zu bekommen. Aber sich selbst zu verletzen kann abhängig machen und zur Gewohnheit werden. Dich selbst vom Selbstverletzen abzulenken ist ein guter Weg aufzuhören. Es ist durchaus möglich, dass Du den Drang, Dich selbst zu verletzen, verringern kannst indem du Alternativen zum Selbstverletzen findest. Jede Art von Abhängigkeit ist schwer in den Griff zu bekommen, aber diese Tipps können Dir vielleicht helfen etwas zu finden, das Du an Stelle der Selbstverletzung tun kannst.

Tipps und Ablenkungsmöglichkeiten

Emotional wellbeing

Vielleicht helfen Dir diese Vorschläge dabei, das selbstverletzende Verhalten in den Griff zu bekommen oder vielleicht ist Dir auch etwas anderes eingefallen, was Du tun kannst. In jedem Fall sind Ablenkungen sehr nützlich dabei, selbstverletzendes Verhalten zu stoppen. Wenn Du Dich aber trotzdem selbst verletzt, kümmere Dich auf jeden Fall um Deine Schnitte und Wunden. Unsaubere Schnitte und Wunden können zu Infektionen führen und noch mehr Schaden verursachen. Hole im Zweifelsfalle medizinischen Rat ein – deine Sicherheit ist das allerwichtigste.

Unterstützung bei Selbstverletzendem Verhalten

(Childline ist ein Dienst, der in Großbritannien angeboten wird)

Jemandem über Deine Selbstverletzung zu erzählen ist erfordert Mut, vertraue Dich also jemandem an, bei dem Du Dich wohlfühlst. Mit einem ausgebildeten Fachmann wie einem Arzt, einem Berater oder einer Unterstützerorganisation zu sprechen, ist eine gute Wahl, weil sie Dir ruhig zuhören und Dir unterstützenden Rat anbieten. Es kann einfacher sein, Dich jemandem zu öffnen, dem Du emotional nicht nahestehst, weil Du dann entspannt sein kannst und keine Sorgen haben musst, ihn zu verärgern. Du musst nicht mit allem alleine fertigwerden. Wenn Du Dich wirklich nicht traust mit jemandem unter vier Augen zu sprechen, kannst Du Dich anonym per Email, Anruf oder SMS an einen Spezialisten oder eine Unterstützergruppe wenden.

Wenn Du jemandem über Selbstverletzung erzählt, ist es wichtig, dass man sich Gedanken über die Schweigepflicht macht. Wenn ein Jugendlicher sich jemandem, der im Gesundheitswesen arbeitet, anvertraut, ist diese Person manchmal verpflichtet, andere Fachleute einzuweihen oder die Familie zu kontaktieren. Die Gesetze zur Schweigepflicht variieren sehr von Land zu Land. Bevor Du also mit jemandem sprichst, frage ihn, was die Bestimmungen zur Schweigepflicht sind und stelle sicher, dass Du Dich wohl fühlst, bevor Du über selbstverletzendes Verhalten sprichst.

Sich bewusst dazu zu entscheiden, selbst die Selbstverletzung zu stoppen ist ein wichtiger und mutiger Schritt. Aber jede Sucht ist alleine schwer in den Griff zu bekommen und obwohl Ablenkungen Dein selbstverletzendes Verhalten vielleicht eine Zeit lang stoppt, wird dadurch nicht das eigentliche Problem gelöst, den Grund, aus dem Du begonnen hast Dich zu verletzen. Mit jemandem zu sprechen, dem Du vertraust und der Dir helfen kann, ist ein sehr wichtiger Schritt. Ärzte oder Berater sind gute Anlaufstellen und die HDYO ist ebenfalls für dich da.

Essstörungen

Essstörungen werden durch emotionalen und psychologischen Stress verursacht und führen zu einer zwanghaften Beziehung zu Essen, d.h. Unter- oder Überernährung. Dadurch, dass sie die Menge und Art der Nahrung, die sie zu sich nehmen, regulieren haben Menschen mit Essstörung das Gefühl, dass sie ihre Probleme bewältigen oder unter Kontrolle zu habe und dies hilft ihnen, schmerzhafte Gefühle auszublenden.

Verschiedene Formen der Essstörung

Magersucht (Anorexie): Eine psychologische Störung, bei der die Patienten einen verzerrtes Bild ihrer eigenen Figur und ihres Gewichts haben. Dies führt dazu, dass sie bewusst hungern.

Bulimie: Bulimische Menschen geraten in einen Abhängigkeitskreislauf, in dem sie Nahrung verschlingen bis ihnen schlecht wird und dann all das, was sie gegessen haben, wieder erbrechen. Viele von ihnen nutzen auch Abführmittel, um Durchfall auszulösen.

Zwanghaftes Essen: Auch hier gibt es Fressanfälle, aber im Gegensatz zu der Bulimie sind diese Menschen nicht in der Lage, das Essen wieder abzuführen.

EDNOS: EDNOS steht für ‘eating disorder not otherwise specified’ (Essstörung anderer Art) und bezeichnet die Krankheitsbilder, die einige aber nicht alle Anzeichen einer Magersucht oder Bulimie aufweisen.

Was verursacht Essstörungen?

Essstörungen werden, wie Selbstverletzendes Verhalten, dadurch ausgelöst, dass jemand unglücklich ist, sich depressiv fühlt oder das Gefühl hat, dass sein Leben außer Kontrolle geraten ist. Vielleicht ist in der Familie etwas vorgefallen oder Du fühlst Dich durch Prüfungen, Trauer um einen Verstorbenen oder durch die Huntington-Krankheit sehr belastet. Es ist wichtig zu beachten, dass eine Essstörung immer eine Kopfsache ist, auch wenn Du den Fokus auf Deinen Körper legst.

In dem Video spricht Marthe darüber, wie ihre Essstörung damit begann, dass sie die Kontrolle darüber ausüben wollte, wie die Huntington-Krankheit ihr Leben prägt.

Woran kannst Du erkennen, ob Du eine Essstörung hast?

Hier sind einige Fragen, die Du Dir stellen kannst um herauszufinden wie Du über Leben und Essen denkst.

Wenn du auf mehrere dieser Fragen mit „ja” geantwortet hast, heißt das nicht automatisch, dass Du eine Essstörung hast. Also keine Panik. Aber es kann Dir vielleicht Anstoß dazu geben, herauszufinden was in Deinem Kopf vorgeht.

Viele Menschen spielen mit dem Gedanken, ihre Ernährung extrem zu steuern. Aber oft finden sie diese Gedanken bald langweilig und letztendlich führen sie dann nicht zu Essstörungen. Aber wenn Essen zu einem Problem wird und deine Gedanken dominiert, dann ist es besser Hilfe zu suchen.

Essstörungen bewältigen

Es ist schwierig, Essstörungen alleine zu “heilen”. Es wird aber empfohlen, dass Du Dir, wenn Du eine Gruppe von Nahrungsmitteln meidest oder Mahlzeiten weglässt, erreichbare Ziele setzt. Das kann zum Beispiel sein, dass du dir vornimmst, dreimal pro Woche Kohlenhydrate oder an fünf Tagen in der Woche drei Mahlzeiten zu essen. Wenn Du diese Ziele erreichst, machst du bereits gute Fortschritte bei der Bewältigung der Essstörung. Doch höchstwahrscheinlich wirst du Unterstützung brauchen. Deshalb musst du keine Angst haben, mit jemandem über deine Situation zu sprechen oder zum Arzt zu gehen.

Unterstützung bei Essstörungen

Essstörungen können bewältigt werden. Eine Genesung ist auch nach jahrelanger Erkrankung möglich. Aber es kann Dich niemand zwingen, Hilfe anzunehmen. Als Erstes musst Du akzeptieren, dass Du eine Essstörung hast. Es kann helfen, mit jemandem zu sprechen, dem Du vertraust – ein Familienmitglied, ein Freund oder eine vertraute Person. HDYO ist auch da um Dir zuzuhören, wenn Du über Essstörungen sprechen möchtest. Der Schritt darüber zu reden, erfordert Mut, aber kann dir unglaublich helfen.

Dein Arzt kann Dir bei Essstörungen helfen und Dich an einen Ernährungsberater oder einen Berater überweisen. Wenn er das nicht tut, bitte ihn direkt darum, Dich an einen Ernährungsberater oder einen Berater der Lebenshilfe weiterzuleiten. Denn Beratungen als Teil der Behandlung sind eine sehr effiziente Möglichkeit, Essstörungen zu bewältigen. Die Behandlung ist üblicherweise eine Kombination aus Ernährungskontrolle und Lebensberatung, um dir zu Grunde liegenden Problemen zu finden und zu lösen.

Drogen- & Alkoholabhängigkeit

Viele Menschen trinken Alkohol und nehmen Medikamente (und einige Medikamente können wie Drogen wirken). Dabei ist natürlich die Menge wichtig: In großen Mengen können diese Substanzen sehr gefährlich sein. Manchmal nehmen Menschen Medikamente oder Alkohol zu sich, um sich besser zu fühlen oder ihre Probleme zu vergessen. Zuviel Konsum dieser Dinge kann aber viele Probleme bereiten und Deinen Körper nachhaltig schädigen. Außerdem können diese Substanzen abhängig machen und eine Anhängigkeit ist ohne Hilfe kaum in den Griff zu bekommen.

Wodurch entsteht Abhängigkeit?

Es gibt viele Gründe, warum Menschen anfangen, Drogen zu nehmen oder Alkohol zu trinken. Einige Gründe, die diese Menschen nennen, sind:

Wann wird Alkoholgenuss oder das Einnehmen von medizinischen Substanzen zum Problem?

Wenn jemand zu viel trinkt oder zu viele Drogen nimmt und nicht damit aufhören kann, kann das ein Problem sein. Substanzen wie Heroin, Benzodiazepin (BZDs, dazu gehört z.B. Valium) und Alkohol können Dich körperliche abhängig machen. Wenn Du Schmerzen hast, zitterst oder schwitzt, sobald Dein Körper diese Stoffe nicht bekommt, sind das wahrscheinlich Entzugserscheinungen. Am besten nimmst Du Kontakt zu einer Alkohol- oder Drogenbehandlungsstelle bei Dir vor Ort auf, die Dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Auch wenn einige Drogen, wie Cannabis oder Kokain, in manchen Fällen nicht körperlich abhängig machen, können sie trotzdem zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Das bedeutet, dass Du das Gefühl hast, ohne diese Drogen nicht funktionieren zu können oder wenn du Entzugsgefühle hast, sobald du diese Substanzen nicht mehr nimmst.

Neben den körperlichen und seelischen Auswirkungen ist es auch wichtig, die möglichen finanziellen und legale Probleme, die sich aus Drogenkonsum ergeben, zu bedenken. Einer Alkohol- oder Drogensucht nachzukommen, egal ob legal oder illegal, kann viel Geld kosten und zu hohen finanziellen Schulden führen. Auch im Rausch festgenommen zu werden oder positiv auf illegale Substanzen getestet zu werden kann gesetzliche Folgen haben. Der Drogenkonsum kann auch Deine zwischenmenschlichen Beziehungen, Deine Kontakte zu anderen und Dein schulisches oder berufliches Leben beeinträchtigen.

Welchen Schaden kann dir Drogen- oder Alkoholabhängigkeit zufügen?

Emotional wellbeing

Alkohol zu trinken oder Drogen zu nehmen beeinflusst dein Denken und deine Gefühle. Das kann z.B. folgende Formen annehmen:

Unterstützung

Wenn Du besorgt über Deinen Umgang mit Drogen oder Alkohol bist, dann sollte Dein erster Ansprechpartner Dein Arzt sein. Ärzte wissen am besten darüber Bescheid, welche Möglichkeiten dir zur Verfügung stehen, damit es dir bald besser geht. Vielleicht hast du Angst, dass dein Arzt Dein Problem weitererzählt, aber Hausärzte stehen unter Schweigepflicht. Wenn Du sehr nervös bist, kannst Du Deinen behandelnden Arzt fragen, ob er Dich an einen anderen Arzt überweisen kann.

Obwohl es schwer ist zu einem Arzt zu gehen und einzugestehen, dass Du ein Problem hast, ist es das Wichtigste, damit es dir besser geht. Denn es ist kein Problem, dass einfach wieder weggeht. Ärzte werden Dich nicht verurteilen; sie sind da, um Dir zu helfen.

Wenn Du wirklich nicht direkt mit deinem Arzt sprechen möchtest, gibt es vielleicht einige Wohltätigkeitsorganisationen in Deiner Gegend, die Dir helfen können. Es gibt vielleicht auch Beratungsstellen und Gruppentreffen vor Ort. Aber um medizinische Hilfe zu erhalten, wirst Du einen Arzt aufsuchen müssen.

Wenn Dein Körper abhängig von etwas ist, dann musst Du ihn entgiften. Dies wird medizinisch begleitet, sodass Du von stufenweise und sicher von der Droge weg kommst. Dazu gehören auch Gruppentherapien und individuelle Gespräche, um die Gründe für Deine Sucht zu finden.

Wenn Du eine Substanz in lebensgefährlichen Mengen einnimmst, Du aber nicht körperlich abhängig bist, kannst Du an einen Psychologen, einen Gesundheitspfleger oder einen Verhaltenstherapeuten überwiesen werden. Sie können Dir dabei helfen, Wege zu finden Dein Konsumverhalten zu ändern. Meistens liegen psychologische Gründe für Dein Verhalten zu Grunde, an denen man arbeiten kann.

Für jeden, der besorgt über seinen Alkohol- oder Drogenkonsum oder den eines Anderen ist, gibt es Unterstützung. Mit jemandem zu reden, der Dir helfen kann – wie z.B. einem Arzt – ist ein erster Schritt auf einem oft langen Weg der Genesung. Alkohol- oder drogenabhängige Menschen können, mit der richtigen Unterstützung und Überzeugung, die Kontrolle über ihr Leben wiedererlangen, sich ihren Problemen stellen und die Sucht besiegen. Wenn Du über Alkohol- oder Drogenabhängigkeit sprechen möchtest, kannst Du immer HDYO kontaktieren. Wir sind hier, um Dir zuzuhören.

Selbstmordgedanken

Depression, Angst oder Verzweiflung kann in manchen Fällen sogar zu Suizidgedanken führen. Selbstmordgedanken können beklemmend sein und Dir das Gefühl geben, dass Du vom Rest der Welt isoliert bist. Aber das Gefühl, dich selbst verletzen zu wollen, ist viel häufiger als die meisten Menschen denken. Wichtig ist es, zu verstehen dass Du nicht alleine bist und dass sofortige Hilfe immer verfügbar ist.

Wenn Du das Selbstmordgedanken hast ist es wichtig, dass du sofort Hilfe suchst. Am besten nimmst du Kontakt mit Deinem Arzt auf, der vielleicht ein kurzfristiges und behandelbares Problem diagnostiziert, das Deine Verzweiflung verursacht. Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit, geringes Selbstwertgefühl oder Angst zum Beispiel, sind Anzeichen für Erkrankungen wie Angst oder Depression. Diese Symptome können durch Medikamente oder Gesprächstherapie gelindert werden.

Wenn Du das Gefühl hast, dass Deine Gedanken ein Krisenstadium erreicht haben, dann ist die sicherste Lösung, in die Notaufnahme deines örtlichen Krankenhauses zu gehen. Dort kannst Du jemanden finden, der gut einschätzen kann, was du brauchst, und dir dabei hilft, die nötige Unterstützung zu bekommen.

Wenn Deine Situation gerade nicht so schlimm ist, könnte es Dir trotzdem gut tun, mit HDYO in Kontakt zu treten. Wir hören Dir zu und können dich an Menschen weiterleiten, die dir helfen können. Vielleicht gibt es in Deiner Gegend auch eine Organisation, bei der Du offen über deine Selbstmordgedanken reden kannst. Egal, was Du genau tust: Das wichtigste ist, dass Dir geholfen wird.

Mobbing

Mobbing bezeichnet im Allgemeinen, wenn eine Person oder eine Gruppe es ausnutzen, dass sie sich stärker fühlen als ein anderer. Dies kann dann in körperlicher oder seelischer Gewalt – oder beidem – ausgelebt werden. Mobbing nimmt viele Formen an, z.B. Ausgrenzung, rassistische oder homophobe Beleidigungen, sexueller Missbrauch und Diskriminierung, Wegnehmen von Dingen anderer, körperliche Angriffe oder Spott wegen Deiner familiären Situation.

Bullying

Mobbing und die Huntington-Krankheit

Manchmal werden junge Menschen, die von der Huntington-Krankheit geprägt sind, gemobbt weil jemand in der Familie oder im Bekanntenkreis die Huntington-Krankheit hat und als „anders“ betrachtet wird.

„Ich wurde in der Schule gemobbt, weil mein Vater die Huntington-Krankheit hatte. Mobbing hat mein Leben und meine Schulzeit sehr schwierig gemacht und mich zusätzlich sehr belastet. Mir ging es immer schlechter, aber ich habe niemandem davon erzählt, weil ich Angst hatte. Also ging das jahrelang so. Jetzt, wo alles vorbei ist, wünsche ich mir, ich hätte damals jemandem davon erzählt und versucht, dem ein Ende zu setzen.“ - David

Egal wo oder warum Mobbing passiert, Mobbing ist falsch und es gibt Menschen, die dir helfen können.

Mobbing bekämpfen

Möglichkeiten, Mobbing in den Griff zu bekommen:

Hilfe

Mit jemandem über Mobbing zu sprechen, ist ein sehr wichtiger und mutiger Schritt, den man machen sollte, obwohl es schwierig erscheint. Sprich mit jemandem, dem Du vertraust: einem Freund, einem Familienmitglied oder einem vertrauten Erwachsenen wie z.B. einem Lieblingslehrer oder Schulleiter. Wie gesagt, wenn Du Dich nicht bereit fühlst, Dich jemandem im persönlichen Gespräch zu öffnen, sprich mit HDYO über Deine Erfahrungen mit Mobbing. Wir hören Dir zu und helfen Dir.

Viele Schulen beziehen ganz klar gegen Mobbing Stellung. Das bedeutet, dass sie eingreifen, wenn Mobbing in ihrer Schule passiert. Es kann sehr nützlich sein, einen Lehrer oder einen vertrauten Erwachsenen an der Schule zu fragen was die Schule tun kann, um Mobbing zu bekämpfen. Auch haben manche Schulen einen Schülerberater, mit dem du über das Mobbing sprechen kannst. Sie werden Dir zuhören und können dann das Mobbing mit dir bekämpfen.

Mobbing ist falsch und es ist nicht Deine Schuld. Es gibt viel Hilfe dabei, Mobbing zu stoppen, wenn Du den ersten, mutigen Schritt machst, jemandem davon zu erzählen. Denke daran, HDYO hört dir auch zu.

Misshandlung

In von der Huntington-Krankheit betroffenen Familien kommt es vor, dass die erkrankte Person aufgrund ihrer Symptome im Verhalten gewalttätig oder beleidigend wird. Das kann jemandem mit der Huntington-Krankheit dazu bringen, körperlich oder seelisch gewalttätig zu werden, auch gegenüber jungen Menschen. Dies ist eine sehr schwierige Situation, aber gerade in diesen Situationen solltest Du immer Hilfe bei der nationalen Huntington-Organisation oder Ansprechpartnern vor Ort, wie Wohlfahrtseinrichtungen, suchen. Es ist immer wichtig sich daran zu erinnern, dass die Huntington-Krankheit den Menschen dazu bringt, so zu handeln und dass diese Taten nicht den Charakter der Person widerspiegeln. Aber das bedeutet nicht, dass Du Dir Misshandlungen gefallen lassen sollst. HDYO kann Dich in Kontakt setzen mit Menschen und Einrichtungen, die Dir helfen können.

Wenn Du mit jemandem über Misshandlung sprichst, ist Schweigepflicht ein wichtiges Thema. Wenn ein Jugendlicher einem Doktor oder anderem medizinisch geschulten Experten von Misshandlungen erzählt, ist der Doktor manchmal rechtlich gebunden, Informationen an andere speziell ausgebildete Kollegen weiterzugeben. Die Gesetze zur Schweigepflicht sind von Land zu Land verschieden. Bevor Du also mit irgendeinem Experten sprichst, frage ihn, an welche Gesetze er sich halten muss und stelle sicher, dass das für dich OK ist, bevor Du mit ihm über deine Lage sprichst.

HDYO möchte sich bei www.thesite.org und www.childline.org.uk für ihre Informationen zu all den oben beschriebenen Themen bedanken. Besonders möchten wir Childline dafür danken, dass sie uns erlaubt haben, einige ihrer Videos zu benutzen.